Grundmotivation


Kontemplation

Seit einigen Jahren habe ich in der Kontemplation neu zu meiner innersten Quelle gefunden. Täglich finde ich in verschiedenen Momenten durch Sitzen oder Gehen zu einem tieferen Bewusstsein. Alles Leben zentriert sich für mich immer mehr darin, ganz präsent im Hier und Jetzt zu sein. Nicht nur in vielen Gesprächen, sondern auch durch viele Bücher und Schriften habe ich mich mit dem Verständnis der christlichen Mystik auseinandergesetzt. Gerade in der Wahrnehmung meines Körpers mit all seinen Gefühlen und im bewussten Atmen finde ich bei aller vielfältigen Beschäftigung und in vielen Kontakten zu einem tiefen, achtsamen Lebensvollzug.



"Nondual" meint die Aufhebung der Dualität, die unsere materielle Existenz weitgehend prägt. Damit ist die durchgehende Aufspaltung in Beobachter und Objekt, in Außenwelt und Innenwelt gemeint, die unser menschliches Erleben strukturiert - und nach Ansicht vieler spiritueller Schulen auch begrenzt und behindert. Nonduale spirituelle Wege, ob buddhistisch, shivaistisch oder taoistisch, sehen die Befreiung aus den irdisch-menschlichen Komplikationen in der Überwindung der Dualität. Diese Vereinigung mit dem großen Ganzen, das nicht geteilt, sondern All-Eins ist, realisiert eine Nähe zu Gott, die vor dem Sterben erreicht, tiefgreifende Konsequenzen auf das restliche Leben hat.Das menschliche Leben und Erleben ist weitgehend dualistisch, also von Identifikationen und Gegensätzen, von Subjekten und Objekten geprägt, es unterliegt den Gesetzen und Grenzen das Raum-Zeit-Kontinuums.Der Körper ist in der Lage, nondual zu erleben, und zwar über die sinnlichen Erfahrungen. Wenn keine mentalen Identifikationen und Wertungen das sinnliche Erleben einschränken und eine tiefe Entspannung des Körpers erreicht wird, kommt man dem nondualen Erleben näher. Das Bewusstsein kann einfach SEIN, der Wahrnehmende und die Wahrnehmung können verschmelzen. Dieser Zustand wird im Yoga Samadhi genannt.

Möglichkeiten, aus der Nondualität heraus zu leben

  • Morgendliche Übung zur Desidentifikation: ich bin schon immer eins mit dem Einen und werde es immer sein! Alles andere, was hochkommt liebevoll loslassen, unterstützt durch ein fließendes Ausatmen ...
  • Dreifach-Verankerung- Gott erlauben, sich durch mich zu manifestieren, dabei auch bewusst den Körper mit einbeziehen
  • Das Denken auf das EINE ausrichten und mich davon in meinem Tun leiten lassen: alles Tun kann Vollzug des Göttlichen in mir sein (kontemplatives Tun)
  • Immer wieder in die Selbstbeobachtung gehen: bei Wahrnehmung von Urteilen und Bewertungen von Personen und Situationen diese ins Licht abgeben und dabei fließend ausatmen; anschließend einen Segenswunsch formulieren und mich vom Licht weiterleiten lassen
  • Wertungsfrei und interessensfrei "Lieben" = vollständige Bejahung meines Gegenüber -> die Wahrnehmung vom anderen ist immer ein Spiegel für mich!
  • Beitragen, damit die Vielfalt in gegenseitiger Wertschätzung existieren und sich an das EINE zurückbinden kann
  • Aus einer tieferen Sicht des Geschehens heraus leben: alles Leid kann ein Ausdruck von Geburtswehen sein, um uns Menschen bewusst werden zu lassen, wer wir wirklich sind: immer schon eins im EINEN


Einstimmungsfragen zum Potenzial der Nondualität

  • Was bewegt mich bei diesem Thema?
  • Was ist meine Erfahrung - früher und heute? 
  • Was verstehe ich unter Nondualität?
  • Was bewirkt Nondualität in mir?
  • Was bewirkt Nondualität in meinen Beziehungen? 
  • Wie wirkt sich Nondualität auf meinen Körper aus?
  • Welche Antworten bekomme ich im Blick auf die Theodizee-Frage und den Tod?
  • Wie komme ich zurecht in einer Welt voller Leid, Egoismus und Selbstentfernungen?
  • Was tue ich konkret, damit sich das Potential der Nondualität in mir entfalten kann?
  • Was tue ich konkret, damit sich das Potential der Nondualität in meiner Mitwelt entfalten kann?
  • Im Blick auf die Nondualität, wie gehe ich mit der "dualen Wirklichkeit" um?
  • Was mache ich, wenn ich ins Urteilen komme?
  • Was mache ich, wenn ich meine "innere Mitte" verliere?
  • Welche Perspektiven ergeben sich aus dem Potential der Nondualität?
  • Aus dieser Perspektive: wie kann ich Gott und Jesus heute verstehen?

Nonduale Spiritualität

Das Wesen des sinnlich wahrnehmbaren Universums ist die formlose und zeitlose Wirklichkeit. Das Universum, die Erde, die menschliche Welt und der Mensch sind Einheit, sie sind enthalten in und bestehen aus dem formlosen, nondualen Wesen der Wirklichkeit. Die Existenz und ihre vielfältigen Formen haben kein eigenes Leben, das Wesen der Existenz ist die formlose und zeitlose Wirklichkeit, die alles Existenzielle belebt, enthält und sich vollziehen ermöglicht. Die nonduale Wirklichkeit ist das Wesen von allem, was existiert und sinnlich wahrgenommen wird und von allem, was innerlich erfahren wird. Das menschliche Bewusstsein ist ungetrennt von der formlosen Wirklichkeit. Das unmittelbare Erleben ihres nondualen Wesens lässt diese Wirklichkeit als Liebe zu erkennen. Liebe, die alles durchdringt und erfüllt. Das Bewusstsein der Einheit des menschlichen Wesens mit dem Wesen der Existenz - der unendlichen Wirklichkeit - ist das große Potenzial der Verwandlung und der Zukunft für die menschliche Existenz. Der Bezug zur Existenz, das Lebensverständnis und die menschliche Orientierung könnten grundlegend verwandelt werden, wenn die Einheit von allem, was existiert mit ihrem endlosen Wesen der Liebe erkannt, realisiert und gelebt würde. Das Erwachen des menschlichen Bewusstseins zur Wirklichkeit ist nicht weniger als das Erwachen zum wirklichen und unbegrenzten Leben.


Dualität - Nondualität - Konzeptuelles und nicht-konzeptuelles Erkennen in Psychologie und buddhistischer Praxis von David Marekhttps://othes.univie.ac.at/2482/1/2008-10-31_9306082.pdf 


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